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S[PR]ING.BRUNNEN
Mnemosyne & Vergegenwärtigung
Konzept und Idee: Ernst Sigot

SYNART TANZENBERG veranstaltete in Kooperation mit dem Land Kärnten und dem BG Tanzenberg am 17. September 2002 (Beginn: 19.00 Uhr) ein Brunnenfest der besonderen Art: eine künstlerische Rückführung eines bedeutenden Werks der Renaissance-Plastik des 16. Jhdt., eines Brunnens, der 1563 für den Arkadenhof von Schloß Tanzenberg gefertigt, 1802 alsdann unter nicht näher bekannten Umständen entfernt und nach Friesach verbracht worden war, wo er heute den Hauptplatz ziert.

Der Brunnen kehrte für diesen einen Tag an seinen ursprünglichen Aufstellungsort in einem Szenario S[PR]ING.BRUNNEN zurück, in dem die Geschichte und die Bildgeschichten des einmaligen Monuments präsent gemacht wurden: SAXA LOQUUNTUR / STEINE SPRECHEN - das künstlerische Wort durch Burgtheaterstar Peter Simonischek (Interview in der Keinen Zeitung, 2002) , den Salzburger Jedermann, die Bilder von vier ausgewählten Reliefplatten (Aktäon, Proserpina, Deianeira, Europa) und der Brunnen als Monument durch künstlerische Bearbeitungen in freier Technik in einem landesweiten bildnerischen Wettbewerb.

Die Arbeiten der Preisträger wurden im Rahmen dieses Szenarios in einer Galerie in den Arkaden des Hofs von Schloß Tanzenberg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In diesem Rahmen wurde auch ein tönender Cicerone - eine CD-ROM zum Brunnen - präsentiert.

Der repräsentative Katalog S[PR]ING.BRUNNEN (92 Seiten, 22x33 cm) enthält diese Arbeiten als Beitrag der Gegenwartskunst im intertextuellen Dialog mit den Vorlagen und ihren griechischen Mythen und essayistische Brunnen.Reflexionen von Gerlinde Bretzigheimer, Peter Heintel, Friedrich Maier, Manfred Moser, Oswald Panagl, Karl M. Woschitz und eine Neuinterpretation des Monuments von Udo Reinhardt.

Die multimediale CD-ROM S[PR]ING.BRUNNEN stellt sich neben den Katalog und nützt die Möglichkeiten des Mediums in gewiß singulärer Weise.

Musikalisch wurde das Szenario S[PR]ING.BRUNNEN vom Carinthia Saxophon Quartett - saxes loquuntur - in Kooperation mit Schülern des BG Tanzenberg gestaltet. Szenisch-chorische Elemente wurden von Schülergruppen des Gymnasiums installiert: eine Art musikalisch-literarischer 'Zeitfluß' von der Renaissance zur Moderne und in Uraufführungen von Werken von Günter Mattitsch 'Olympischer Pindar', Hannes Raffaseder 'im fluss', von Manfred Moser 'Brunnen' und von Christoph W. Bauer 'fontanalia.fragmente' bis in die unmittelbare und konkrete Gegenwart.

In der Verbindung von Wort und Musik, von Klang- und Rauminstallation, von Kunstkatalog und CD-ROM sollten so die historischen Hintergründe und Zeitbezüge - an den markanten Zeitpunkten 1563 (Aufstellung), 1688 (Kupferstich von Johann Weichard Valvasor), 1802 (Verbringung nach Friesach), 2002 virtuell-künstlerische Re.Installation im Schloßhof - angedeutet und die zeitlosen kulturellen Ansprüche dieses denkwürdigen Monuments vernehmbar werden: Mnemosyne & Vergegenwärtigung.

Im Anschluß daran sollte sich Schloß Tanzenberg und ‚sein' Brunnen naturgemäß als Ort der Kommunikation und Mitte eines Festes erweisen, in dem die Verbindungen des Monuments zu Italien kulinarisch in besonderer Weise wahrnehmbar wurden.

Plakat
Plakat, Szenario

Multimediale CD-ROM
Katalog S(PR)ING.BRUNNEN
Katalog S(PR)ING.BRUNNEN
(im Sekretariat des BG Tanzenberg um €5.- erhältlich)